Edelstahl 1.4571 (X6CrNiMoTi17-12-2 / AISI 316Ti)

Säurebeständiger, titan-stabilisierter Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl

Edelstahl 1.4571 (X6CrNiMoTi17-12-2 / AISI 316Ti) ist ein titan-stabilisierter austenitischer Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl. Die Zugabe von Titan verhindert interkristalline Korrosion bei längerer thermischer Belastung.

Durch den Molybdängehalt bietet dieser Werkstoff eine verbesserte Beständigkeit gegen Lochkorrosion im Vergleich zu 1.4301. Edelstahl 1.4571 wird bevorzugt eingesetzt, wenn Zuschnitte bzw. Bauteile dauerhaft höheren Temperaturen oder schweißintensiven Anwendungen ausgesetzt sind.

EigenschaftWert
Härteca. 150–220 HBW
Dichte8,0 g/cm³
Schmelzpunktca. 1370–1400 °C
Zugfestigkeit Rm500–700 MPa
Wärmeleitfähigkeitca. 15 W/(m·K)
Spez. Wärmekapazitätca. 500 J/kg·K
Elektr. Leitfähigkeitca. 1,3 MS/m
E-Modulca. 200.000 N/mm²
Streckgrenze Rp0,2≥ 200 MPa
Schubmodulca. 77.000 MPa
CTE16,5 ×10⁻⁶ K⁻¹
Poisson-Zahlca. 0,30
KorrosionsverhaltenSehr gut, chloridbeständig
AushärtbarkeitNicht aushärtbar
LegierungstypAustenitischer Cr-Ni-Mo-Ti-Stahl
BezeichnungenUNS S31635, ASTM A240, ASTM A276 316Ti

Angaben können abweichen

Richtwerte bei 20 °C

Merkmale für Edelstahl 1.4571

1. Titan-stabilisiert

2. Hohe Temperaturbeständigkeit

3. Sehr gute Schweißbarkeit

4. Beständig gegen interkristalline Korrosion

5. Gute Chloridresistenz

6. Bewährt im Apparatebau

7. Hohe Dauerfestigkeit

8. Sehr gute Oberflächenqualität

9. Nicht magnetisch (lösungsgeglüht)

10. Langzeitstabil bei thermischer Belastung

Bezeichnungen und Normen

BezeichnungAngabe
EN1.4571
KurznameX6CrNiMoTi17-12-2
AISI316Ti
UNSS31635
ISOX6CrNiMoTi17-12-2
ASTMA240 / A276 316Ti
Werkstoffnummer1.4571

Unterschied zu Edelstahl 1.4404

1.4404 enthält weniger Kohlenstoff, ist jedoch nicht titan-stabilisiert. 1.4571 ist besser für höhere Dauertemperaturen geeignet.

Unterschied zu Edelstahl 1.4462

1.4462 bietet deutlich höhere Festigkeit und bessere Spannungsrissbeständigkeit. 1.4571 punktet bei thermisch belasteten Anwendungen.

Unterschied zu Edelstahl 1.4301

1.4571 besitzt Molybdän und ist chloridbeständiger. 1.4301 ist günstiger und einfacher verfügbar.

Edelstahl 1.4571 Bearbeitung

Gut möglich:
Drehen, Fräsen, Bohren, Laserschneiden, Wasserstrahlschneiden

Sehr gut möglich:
Schweißen, Kaltumformen, Tiefziehen

Verwendung:
Apparatebau, Chemieanlagen, Rohrleitungsbau, Wärmetauscher, Abgassysteme, Lebensmitteltechnik, Druckbehälter

Schweißbarkeit

Edelstahl 1.4571 besitzt sehr gute Schweißeigenschaften und ist speziell für schweißintensive Konstruktionen geeignet. Durch die Titanstabilisierung wird Kohlenstoff gebunden, wodurch die Gefahr interkristalliner Korrosion deutlich reduziert wird – selbst bei längerer thermischer Belastung im Bereich von 500–800 °C.

Alle gängigen Schweißverfahren wie WIG, MIG, MAG oder Laser sind problemlos einsetzbar. In der Regel ist keine nachträgliche Wärmebehandlung erforderlich, sofern geeignete Zusatzwerkstoffe verwendet werden. Wichtig ist eine kontrollierte Wärmeeinbringung, um Gefügeveränderungen zu vermeiden und die Korrosionsbeständigkeit vollständig zu erhalten.

Chemische Analyse

ElementMin.Max.
C0,0000,08
Cr16,518,5
Mn0,0002,0
P0,0000,045
S0,0000,030
Si0,0001,0
Mo2,02,5
N0,0000,000
Ni10,513,5
Ti5×C0,7

Technologische Bewertung

EigenschaftBewertung
Warmumformbarkeit8
Kaltumformbarkeit8
Spanbarkeit6
Schweißbarkeit9
Korrosionsbeständigkeit8
Spannungsrissbeständigkeit6
Festigkeit6
Verschleißfestigkeit5
Maßstabilität8
Temperaturbeständigkeit9

Bewertung 1 (niedrigste) bis 10 (höchste)

Branchen

Chemieindustrie
Sehr gute Beständigkeit gegenüber Säuren und chloridhaltigen Medien.

Anlagen- und Apparatebau
Langzeitstabil bei thermischer Dauerbelastung und schweißintensiven Konstruktionen.

Energie- und Kraftwerkstechnik
Geeignet für wärmebeanspruchte Bauteile und Abgassysteme.

Lebensmittelindustrie
Hygienischer Werkstoff mit guter Reinigungsfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit.

Rohrleitungs- und Behälterbau
Zuverlässig bei druck- und temperaturbelasteten Systemen.

Wasserstrahlschneiden

Wasserstrahlschneiden eignet sich hervorragend für Edelstahl 1.4571 (X6CrNiMoTi17-12-2 / AISI 316Ti), da dieses Verfahren vollständig ohne thermische Belastung arbeitet. Gerade bei titan-stabilisierten Edelstählen ist dies ein entscheidender Vorteil, da Gefüge und Korrosionsbeständigkeit nicht durch Hitze beeinflusst werden.

Im Gegensatz zu Plasma- oder Laserschneiden entstehen keine Anlassfarben, keine Wärmeeinflusszonen und keine Gefügeveränderungen an der Schnittkante. Die Titanstabilisierung bleibt vollständig erhalten, wodurch auch nach dem Schneidprozess eine hohe Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion gewährleistet ist.

Edelstahl 1.4571 lässt sich mit moderner Hochdruck-Wasserstrahltechnik präzise und maßhaltig bearbeiten – selbst bei größeren Materialstärken. Komplexe Konturen, Bohrungen oder filigrane Geometrien können wirtschaftlich umgesetzt werden. Zudem entsteht keine mechanische Gefügeverformung, was besonders bei hochbeanspruchten Zuschnitten für den Anlagen- oder Chemiebereich von Vorteil ist.

Ein weiterer Vorteil liegt in der sauberen Schnittkante, wodurch häufig nur minimale Nachbearbeitung erforderlich ist. Für anspruchsvolle Konstruktionen im Apparatebau, Rohrleitungsbau oder bei thermisch belasteten Komponenten stellt das Wasserstrahlschneiden somit eine sichere, materialschonende und qualitativ hochwertige Bearbeitungslösung dar.

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